Baugeschichte
Die Engelburg wurde 1968 nach Plänen des Architekten Max Ziegler gebaut. Obwohl das Gebäude nicht denkmalgeschützt ist, besitzt es grosse Qualitäten, spielt eine wichtige Rolle im Gemeindeleben von Zell und ist ein einprägsamer Zeitzeuge aus den 1960er-Jahren. Das Gebäude beherbergte auf drei Geschossen (Sous-Terrain, Hochparterre und Obergeschoss) Schulräume für den Oberstufenunterricht (Klassenzimmer, Werk- und Handarbeitsräume, Naturkundezimmer, Informatikraum, Schulküche etc.), Aufenthaltsräume für die Schüler und Schulleitungs- und Lehrerzimmer. Die Schulräume werden über eine zweigeschossige Pausenhalle mit Galerie erschlossen. Diese Halle kann auch als Mehrzwecksaal für grössere kommunale Veranstaltungen genutzt werden. Diese Nutzungsüberlagerung funktioniert sehr gut und soll auch künftig erhalten bleiben. Die Gebäudestruktur bildet diese Doppelnutzung ab. Die zentrale Pausenhalle wird von zwei Schichten mit den weiteren Räumen flankiert. Auch gegen aussen kommt diese Disposition direkt zum Ausdruck. Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse am Schulstandort Rikon wurde die Engelburg um zwei zusätzliche Geschosse aufgestockt, um ein ausreichendes Schulraumangebot für die Zukunft sicherzustellen. Der Bestand sollte indes ohne grössere strukturelle Eingriffe bestehen bleiben und in seinen Qualitäten gestärkt werden.
Aufstockung und Umbau
Das in den 1990er-Jahren angebaute Lehrerzimmer über der Eingangstreppe wurde abgebrochen und durch eine neues Vordach ersetzt. Damit ist der urspünglich kubische Bau wieder freigestellt. Die Grundstruktur des bestehenden Gebäudes wurde in der Aufstockung übernommen. Eine zentrale zweigeschossige Halle wird durch zwei seitliche Bünde mit Schulzimmern flankiert . Die Tragstruktur folgt dieser Logik. Die Tragachsen sind in Stützen und Unterzügen aufgelöst. Die Tragachsen werden vom Bestand übernommen um die Erdbebenstatik elegant zu gewährleisten. Die Raumabschlüsse zwischen den Schulzimmern und Gruppenräumen haben keine tragende Funktion. Der Holzbau minimiert das Gewicht der Aufstockung. Dies ist in Bezug auf den bestehenden Bau entscheidend.
Die Grundrisse folgen der strukturellen Logik des Gebäudes. Die grosse Nutzungsflexibilität ermöglicht, dass die Räume auch an zukünftige Bedürfnisse und Anforderungen angepasst werden können. Festgeschrieben ist die zweigeschossige Halle, welche gleichzeitig Erschliessungs- und Garderobenraum, Lernlandschaft und Pausenhalle sein kann. Grosszügige Oblichter ermöglichen reichlich Tageslicht. Mit einem neuen Treppenhaus wird Bestand und Neubau an die heutigen Anforderungen bezüglich Barrierefreiheit und Brandschutz ertüchtigt.
Die Disposition des Raumprogramms wiederspiegelt sich in der Fassadengestaltung. Die Fassade übernimmt die vertikale Ordnung des ursprünglichen Baus. Die einheitlich materialisierte Fassade unterstreicht die geklärte kubische Volumetrie. Das mit Oblichtern ausgestattete Vordach, schafft im Erdgeschoss einen grosszügigen Ankunfts- und Aufenthaltsbereich, sowohl für die Schul- wie auch die Gemeindesaalnutzung. Die neu gestaltete Umgebung mit baumbestandenem Hofplatz, bietet sowohl dem Schulbetrieb wie auch der Tagesstruktur einen geschützten Rahmen und löst die Anforderungen an die Hochwassergefahren.
Aufstockung Engelburg
Rikon
Kurzbeschrieb
Generalplanerauftrag
mit Patrick Meng, Zürich
Auftraggeber
Gemeinde Zell
Verfahren
GP-Ausschreibung, 1. Rang
Jahr
2022 - 2025
Raumprogramm
Aufstockung 2-geschossig:
Schulküche, Kombiwerkstatt, 2 Naturkundezimmer, TTG
5 Klassenzimmer, 4 Gruppenräume, WC-Anlagen
Bestand 3-geschossig:
Teamzimmer mit Vorbereitung, 5 Klassenzimmer,
Schulleitung, Saalküche, WC-Anlagen;
Tagesstruktur, 2 Werkräume
Medien
2227_tth_2024-09-03
2227_tth_2024-09-20
2227_tth_2024-10-04
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